1. Einleitung und Problemstellung In Deutschland leben über 15 Millionen Menschen mit ausländischen Wurzeln, wie der Mikrozensus des Statistischen Bundesamts 2005 ergeben hat, mit anderen Worten: fast ein Fünftel der deutschen Bevölkerung hat eine Migrationsgeschichte. In wenigen Jahren werden etwa 40% der Menschen in Deutschlands Großstädten einen Migrationshintergrund haben. Schon heute ist innerhalb dieser Gruppe die Zahl der deutschen Staatsangehörigen mit 8 Millionen etwas größer als die der Ausländer (7,3 Millionen). Diese und andere Daten finden sich nicht nur in den Fachpublikationen der Migrationsforscher und Demographen, sondern werden auch prominent in den großen Zeitungen und den Nachrichtensendungen publiziert. Die Bundesregierung hat Integration zur Chefsache erklärt und eine Staatministerin für Integration im Bundeskanzleramt angesiedelt. Im Nationalen Integrationsplan1 wurde dieser Entwicklung ebenfalls Rechnung getragen. Diese und andere Anstrengungen weisen auf einen vielerorts konstatierten neuen Realismus der politischen und gesellschaftlichen Debatte über Migration und Integration in Deutschland hin. Ähnliche Entwicklungen sind in anderen europäischen Staaten zu beobachten. Dass die demographische Entwicklung und die Dynamik der internationalen Wanderungsbewegungen Einwanderung für absehbare Zeit zu einer Notwendigkeit machen, ist eine zunehmend akzeptierte Erkenntnis innerhalb der politischen und wirtschaftlichen Eliten. Zu den wenigen „sicheren“ Annahmen über die Zukunft gehört, dass die deutsche Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten „weniger, älter und bunter“ werden wird.
Quelle / Volltext www.vzbv.de
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